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Friedhofskirche Schalkau

Im Jahr 1729 verstarb Superintendent D. Michael Heinrich Krause – geb. 1651. Er war von 1683 bis 1729 Superintendent in Schalkau. Die Stelle wurde erst 1734 durch Superintendent Wagner wieder besetzt. Durch den Tod des Superintendenten Krause blieb das Geld zur Besoldung des Superintendenten ungenutzt, und so wurde das angesparte Kapital zum Kirchenbau (Friehofskirche) benutzt, wie aus der Stadtrechnung Schalkau 1731/32  zu ersehen ist.

Diese "Gottes Acker Kirche" ist in einem Rechteck von 16,8 m Länge und 8,2 m Breite erbaut, mehr nach Südost als nach Ost orientiert. Sie hat eine Holzdecke mit Leisten, rechteckige Fenster und ebensolche Tür. Auf der Westseite ist sie mit einem kleinen beschieferten Dachreiter mit Arkaden - Aufsatz und Kuppel, sowie einer Wetterfahne mit verziertem Eisen versehen. Sie hat eine Empore und eine Kanzel auf halbkugeliger Konsole mit umrahmten Feldern. Auf dem Altar steht ein hölzernes gemaltes Kruzifix. Früher befanden sich auf dem Altar, links und rechts vom Kruzifix, zwei Figuren aus Gips, Maria und Johannes der Täufer. Der Geistlichenstand aus dem 18. Jh., versehen mit durchbrochenem Holzgitter, ist heute nicht mehr vorhanden. An der Westseite über dem Eingang steht vertieft in einer Nische auf schwarzem Grund mit weißer Schrift:

„Höchster Gott, dir sei und bleibe dieses Haus geweiht.
Dein Eigentum sei und bleibe wer eintritt und hinausgeht.“
 
Entnommen den letzten Zeilen der Inschrift an der Nordfront.

Heute wird die Friedhofskirche lediglich zu Beerdigungsfeiern benutzt, nur einmal im Jahr- am Totensonntag- wird in ihr der Gottesdienst abgehalten. Wie an allen unseren Kirchengebäuden, so mussten auch an den Friedhofskirche Renovierungsarbeiten durchgeführt werden: 1993 begannen hier die Restaurierungsarbeiten und sollten sich über mehrere Jahre hinziehen. Die verfaulten Mauerlatten, Deckenbalkenköpfe und Holzgesimse mussten ausgetauscht werden, der Innen - und Außenanstrich wurden erneuert, ebenfalls die Elektrik im Inneren, eine Drainage wurde gelegt, die akut im Inneren vom Holzwurm befallene Friedhofskirche musste begast und mit Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt werden, die alte mit Spannplatten verdeckte Decke (1977) wurde freigelegt und restauriert, so dass am Ewigkeitssonntag 1997 die Friedhofskirche neu eingeweiht wurde. Als Geschenk machte Herr Heinz Fleischmann (Maler, Schalkau) der Kirchengemeinde für die Friedhofskirche zwei Gemälde: Die weinenden Frauen am Grab und Auferstehung Jesu.