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Matthäuskirche Bachfeld

Geschichtliches zur Matthäuskirche in Bachfeld

Bachfeld ist das älteste Dorf unseres Landkreises und besitzt die jüngste Kirche. Es wird bereits in einer Fuldaer Urkunde aus dem Jahr 929 mit Heid zusammen erwähnt. Man darf bei der Frage nach dem Alter der Kirche nicht nur an das am 11. April 1945 durch Kriegsbeschuss zerstörte Gotteshaus denken, denn Bachfeld besaß bereits vor diesem eine Wallfahrtskapelle auf dem Weg nach Stelzen zu. Wann die Dorfkirche erbaut worden ist, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, vermutlich schon um das Jahr 1400.

Am 11. April 1945 blieb um 15.47 Uhr die Kirchturmuhr stehen. Das Dorf war von Weitesfeld aus durch amerikanische Panzer beschossen worden; dadurch entstand ein Brand. Da nur wenige Männer im Dorf waren, konnte das Feuer in der Kirche und den Gehöften ringsum fast ungehindert um sich greifen. Der alte getreue Kirchendiener Albin Scheler rettete, obwohl sein eigenes Haus brannte, Bibel und Kreuz vom Altar, doch die Glocken - darunter eine der ältesten Thüringens aus dem Jahr 1414 - konnte er nicht vor dem Feuertod bewahren. Es war die einzige Kirche in unserem Landkreis, die während des 2. Weltkrieges zerstört wurde. Die Gottesdienste wurden in den folgenden Jahren in der Schule neben der Kirchenruine gehalten.

Schon 1947 bemühte sich die Gemeinde um Pläne für eine neue Kirche. Am Reformationsfest 1950 wurde der Grundstein gelegt. Der neue Kirchplatz wurde nach leidenschaftlichem Streit in der Gemeinde oberhalb des Friedhofs festgelegt. Im Jahr darauf begann im Spätsommer die Arbeit. Die Grundmauern der alten Kirche wurden mühsam herausgebrochen und zum neuen Bauplatz gebracht. Im Herbst 1952 feierte die Gemeinde das Richtfest. Alles in der Kirche ist formschön und fügt sich gut in den schlichten Raum ein. Da auch die neue Kirche den Namen "Matthäus-Kirche" tragen sollte, entwarf der Bildhauer Fritz Carl aus Poppenwind eine Darstellung des Matthäus, die er als Sgraffito (Kratzputz, Wanmalerei) links hinter dem Altar ausführte. Auf der anderen Seite gestaltete der Maler Kurt Kühnert aus Eisfeld ein Herrenwort aus dem Matthäus-Evangelium. Es lautet: "Einer ist euer Meister, CHRISTUS, ihr aber seid alle Brüder."

Am Mittwoch nach Simon Judä, dem alten Kirchweihtermin, dem 4. November 1953, weihte Landesbischof D. Mitzenheim unter großer Beteiligung auch der Nachbargemeinden unsere Kirche. Der Entwurf der neuen Kirche stammte von dem Architekten Fritz Zang aus Eisfeld. 1956 wurde die große Glocke in Apolda gegossen, geweiht.

Zur Kirchweih 1966 stellte die Gemeinde im Vorraum der Kirche ein Gefallenen-Mahnmal auf, das eine Mutter unserer Tage mit ihrem toten Sohn auf den Knien zeigt. Zwei holzgeschnitzte Tafeln rechts und links nennen die gefallenen Söhne der Gemeinde mit Namen. "Vergesst die Opfer des Krieges nicht!" - ist die Überschrift dieser Tafeln.

1988 zum 35-jährigen Kirchweihjubiläum erhielt das Kircheninnere eine farbliche Auffrischung unter großer Beteiligung der Kirchengemeinde und maßgeblichem Engagement von Erich Reuter. Eingebaut wurde auch eine neue Winterkirche. Sie wird auch für die Christenlehre genutzt. 1992 wurde durch die Firma Hörz aus Ulm eine elektronische Läuteanlage eingebaut und am Pfingstsonnabend, dem 6.6.1992, läuten dann zum ersten mal die Glocken. 1994 konnten umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Kirche begonnen werden. Im Jahr 1995 wurde die Kirche durch die Malerfirma Eginhard Reuter mit einem neuen Außenanstrich versehen.

1999 und 2000 wurden am Kirchendach weitere Reparaturen durchgeführt. Es waren Schäden durch Hausschwammbefall und Fäulnis an Dachbalken und Sparren konstatiert worden. Am Ewigkeitssonntag, dem 26.11.2000, wurde auf dem Friedhof ein Gedenkstein für die 5 gefallenen Soldaten die in Bachfeld umgekommen sind, übergeben. Sie waren alle einmal auf den Friedhof in Bachfeld bestattet worden, die Gräber aber wurden zur Zeit des DDR-Regimes entfernt. Der Gedenkstein wurde vom Bund Deutscher Kriegsgräberfürsorge finanziert. 2002, zum Erntedankfest, wurde in der Kirche eine Erweiterung des Ehrenmals für die Gefallenen des 2. Weltkriegs mit drei weiteren Gefallenen ergänzt.