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Wir gehen durch die Passionszeit

Der Christ braucht den Christen,

der ihm Gottes Wort sagt. Er braucht ihn immer wieder, wenn er ungewiß und verzagt wird; denn aus sich selbst kann er sich nicht helfen, ohne sich um die Wahrheit zu betrügen. … Ein Christ kommt zum andern nur durch Jesus Christus. Unter den Menschen ist Streit. »Er ist unser Friede« (Epheser 2, 14), sagt Paulus von Jesus Christus, indem die alte zerrissene Menschheit eins geworden ist. Ohne Christus ist Unfriede zwischen Gott und den Menschen und zwischen Mensch und Mensch. Christus ist der Mittler geworden und hat Frieden gemacht mit Gott und unter den Menschen. Ohne Christus kennten wir Gott nicht, könnten wir ihn nicht anrufen, nicht zu ihm kommen. Ohne Christus aber kennten wir auch die Schwester und den Bruder nicht und könnten nicht zu ihm kommen. Der Weg ist versperrt durch das eigene Ich. Christus hat den Weg zu Gott und zum Bruder freigemacht. Nun können Christen miteinander in Frieden leben, sie können einander lieben und dienen, sie können eins werden. Nur in Jesus Christus sind wir eins, nur durch ihn sind wir miteinander verbunden.

Quelle: 
Gemeinsames Leben / Das Gebetbuch der Bibel, DBW Band 5, Seite 19 f

 

Wir gehen durch die Passionszeit

miteinander und mit Jesus, in vielfältiger Weise, auch in unserem Kirchenkreis Sonneberg, mit Fasten und Beten, mit Musik und Gottesdienst… Die Passionszeit sagt uns: Gott bleibt im Leiden dabei, bis zuletzt und immer. Das Geheimnis unserer Erlösung ist darin begründet. Unsere Gemeinschaften, unser Zusammensein, unsere Gemeinden, wir als einzelne Menschen, werden durch dieses Dabeisein, durch dieses Mitgehen Gottes durch Jesus, in allen Leiden, in den Schmerzen, in der Krankheit, im Tod, gehalten, getragen und bewahrt. Gehalten, wenn wir den Halt verlieren, getragen, wenn unsere Kraft erschöpft ist, bewahrt vor der letzten Verzweiflung. Auch die Worte „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ aus Psalm 22, sind ein Gebet. In diesem Psalm, diesem Gebet wird die Klage verwandelt. Diese Kraft hat das Gebet auch heute, das ist nicht nur meine Erfahrung.

Denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend des Armen und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen; und da er zu ihm schrie, hörte er's. Dich will ich preisen in der großen Gemeinde, ich will mein Gelübde erfüllen vor denen, die ihn fürchten.                             Amen

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Passionszeit 2020!    Thomas Rau