Monatsandacht 10 / 2017
„Don't worry, be happy!“

Am 31. Oktober jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung von Martin Luthers 95 Thesen an der Schlosskirche in Wittenberg. Luther hatte das Ziel, die Kirche zu reformieren. Vordergründig ging es ihm um den Ablass, um die Vergebung von Sünden gegen Geld. Der Ablasshandel trieb in dieser Zeit enorme Blüten, so dass der Theologieprofessor Luther zur Disputation gegenüber solch eines Treibens aufrief. Dazu verfasste er die berühmten 95 Thesen. Ihr eigentliches Thema ist aber die Buße. Schuld lässt sich nicht gegen Geld einlösen, sagt Luther, sondern braucht wirkliche Veränderung im Leben. Buße hat nichts mit „Abbüßen“ zu tun, sie zeigt eher eine bestimmte Haltung des Herzens vor Gott. Sie beginnt mit der Einsicht, vor Gott als Mensch schuldig zu sein und nur auf die Zusage von Gottes Vergebung vertrauen zu können.
Wer Buße tut, der versucht sich nicht zu rechtfertigen, sondern sucht bei sich zuerst die Ursache. Denn kein Mensch ist vollkommen. Und keiner ohne Fehler und ohne Schuld. Darum ist es so befreiend zu wissen, dass Gott den Menschen, der in diesem Sinne Buße tut, nicht verwirft, sondern sich mit himmlischer Freude an ihm freut. Verstehen wir das heute noch?
Mit unserer Freude ist das ja so eine Sache. So richtig Raum gewinnt sie nicht. Oder kennen Sie viele Menschen, die fröhlich und dankbar ihr Leben annehmen und meistern? Klagelieder bis hin zu Hassbotschaften scheinen leichter über die Lippen zu kommen. Wir können tun und lassen, was wir wollen. Das Glück scheint immer fern. Immer finden wir einen Grund, unglücklich zu sein. Zu meckern, unzufrieden durch die Welt zu gehen. Vielleicht ist das unsere größte Sünde. Ein Sünder ist ein Mensch, der sein Leben von Gott abgewandt lebt – und Buße bedeutet die Hinwendung zu Gott hin. Erntedank ist vorbei, das Dankfest schlechthin. Aber mit der Freude soll es nicht vorbei sein. Das Lachen soll uns nicht gleich wieder vergehen. Vielleicht greift deshalb der Monatsspruch das Thema nochmals auf: „Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.“
„Don't worry, be happy!“. „Sorg dich nicht, sei glücklich!“, waren Worte des indischen Gurus Meher Baba. Er kritisierte unter anderem, dass Leute sich anschrien, und schwieg deshalb vom 10. Juli 1925 an die restlichen 44 Jahre seines Lebens. Um sich mitzuteilen, nutzte er fortan Buchstabentafeln und Handzeichen. Der allgemeine Alltagsstress darf uns nicht die Freude nehmen. Dazu gehören die vielen kleinen Momente des Glücks. Aber Gott freut sich auch, wenn wir zu ihm kommen. Wenn die Freude in uns wohnt, unser Gottvertrauen wächst und wir es uns leichter machen. Der Grund der Freude im Monatsspruch Oktober ist die Umkehr eines Menschen, der sich verirrt hat und begreift: Ohne Gott habe ich keine Zukunft, aber ich darf mit ihm neu beginnen. Wenn solch ein Mensch zu Gott findet, schnappt der Himmel vor Freude über. Sogar die Engel Gottes haben ihren Spaß daran. „Don't worry, be happy!“