Monatsandacht 04 / 2018
Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. (Joh 20,21)

„Schalom“ oder „Salam“, so grüßen sich auch heute noch Juden oder Muslime. Für Christen ist der Friedensgruß eher selten geworden. „Grüß Gott“ heißt es in Bayern oder anderswo nur „Guten Tag“. Aber jeder Gruß hat etwas Positives, etwa wie „Möge es euch gut gehen!“. Da wünscht einer etwas Gutes. Das tut gut. Das eröffnet eine Begegnung.
In der Notfallseelsorge gibt es ja immer wieder die Diskussion darüber, ob man sich, auch bei einer schlechten Nachricht, mit „Guten Tag“ vorstellt. Oder ob man lieber gar nichts sagt. Schließlich ist das für die Leidtragenden alles andere als ein guter Tag.
Die Jünger Jesu sind auch so etwas wie Hinterbliebene. Sie bleiben nach Jesu Tod zurück, hilflos, ängstlich und ziemlich hoffnungslos. Das zeigt schon, dass sie Türen und Fenster verbarrikadieren, um irgendwie der Situation Herr zu werden. Die Frauen hatten zwar etwas davon erzählt, dass Jesus ihnen im Garten begegnet ist. Aber das kann ja gar nicht sein: Tot ist tot! Soweit ging ihr Vertrauen auch wieder nicht. Sie kennen die Realität des Lebens. Das einzige Privileg, das Jesus noch bekam, war ein Grab. Sonst nichts. Das Grab war die Realität. Der Tod. Und nun müssen sie erst einmal mit der Situation zurechtkommen und suchen Sicherheit. Rückzug ist angesagt.
In diese traurige, hilflose Runde, so erzählt es der Monatsspruch für April, tritt Jesus. Zweimal grüßt er seine Jünger mit den Worten "Friede sei mit euch". Und er sagt es, als sei es das Normalste von der Welt. Mit Sicherheit fühlten sich die Jünger unsicher. Ist es wirklich der Jesus, mit dem sie oft und lange zusammengesessen haben? Und als Beweis seiner Identität zeigt Jesus seine Hände und seine Seite, die die eindeutigen Spuren der Hinrichtung tragen. In so einer Situation mögen die Worte "Friede sei mit euch" tröstend gewirkt haben. Die aufgewühlten Seelen sollen zur Ruhe kommen. Friede steht für Unversehrtheit, Gesundheit, Sicherheit. Gott selber will Frieden schaffen. Den Jüngern wird das Herz wieder weit. Sie können aufatmen und offen sein für alles, was nun kommt. Es folgt eine Art Vergleich: Wie mich mein Vater gesendet hat, so sende ich euch. Jesus begründet seinen Auftrag und reicht ihn gleichzeitig weiter. Er ist, so könnte man es sagen, unterwegs im Auftrag des Herrn. Und diesen Auftrag gibt er weiter an seine Jünger. Der Auferstandene erteilt seinen Jüngern den Auftrag sich aufzumachen und in seinem Sinn zu handeln.
Aussendung, Verleihung des Heiligen Geistes und die Macht Sünden zu vergeben, das sind bis heute zentrale Themen des christlichen Glaubens. Wir sind aufgefordert, verantwortungsvoll danach zu leben und unser Handeln auszurichten: In diesem Sinne "Friede sei mit euch".