Monatsandacht 01 / 2018
Jahreslosung 2018 „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Offb. 21,6

Der Bedürfnisse gibt es viele, aber das Bedürfnis nach natürlich sauberem Quellwasser rechnen wir zu den ganz vorrangigen Grundbedürfnissen des Menschen. Wer schon einmal richtig Durst hatte und ihn nicht einfach stillen konnte, der weiß, wie dramatisch das werden kann. Dann ist ein einfacher Schluck Wasser das Herrlichste, was einem geboten werden kann. Alles Gold dieser Welt, alle Diamanten und alle Reichtümer sind nichts wert, wenn man kein Wasser mehr hat. Zu Recht ist daher eines der wertvollsten Güter auf dieser Welt das Wasser. Ohne Wasser kein Leben. Wenn es um fremde Planeten geht, sucht man immer erst nach Wasser. Auch der Mensch besteht zu 80 Prozent aus Wasser. So gibt es kaum ein Element, das dem Menschen so nahe und für ihn so wichtig ist, wie das Wasser.
Die Bibel greift das Bild vom Wasser an vielen Stellen auf. Die Menschen damals konnten etwas mit diesem Bild anfangen, wohl mehr als wir hier in Europa. Weil sie aus dem täglichen Erleben heraus um die Kostbarkeit des Wassers wussten. Von Wassermangel und vom Streit um Wasser wird in der Bibel berichtet.
Wenn also wie in der Jahreslosung vom lebendigem Wasser die Rede ist, das Gott gibt, dann war den Menschen damals sehr deutlich, welch großes Geschenk Gott ihnen damit macht: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“
Gott verspricht uns nicht einen Tropfen auf den heißen Stein, der uns ein wenig Hoffnung gibt und das Überleben für einen kleinen Moment sichert. Gott verspricht uns vielmehr lebendiges, sprudelndes Wasser, das nicht in Gefahr steht, zu versiegen. Wasser in Fülle!
Der Hintergrund der Jahreslosung für das neue Jahr 2018 ist die historische Situation. Damals betreibt Kaiser Domitian gerade mit aller Macht seine Vergöttlichung zu Lebzeiten. Ausgerechnet in Kleinasien, der Heimat der sieben Gemeinden des Johannes. Christenverfolgung und religiöse Verehrung des Kaisers. Und Augen und Ohren des Staates sind überall. Schlimm genug für gläubige Christen. Der Zwang zum Kaiserkult stürzt sie in ein Dilemma: entweder Christus oder Domitian. Das bedeutet: entweder Schikane, Verbannung, Verfolgung – oder Verrat am Glauben.
Lange her, trotzdem wieder aktuell. Auch heute werden wir gefragt: Was glaubst du? Damals wie heute müssen Christen sich entscheiden. Denn es ist sehr politisch, wenn man sich nur auf Gott verlässt, nur an Gott glaubt und ihm vertraut. Das haben schon die ersten Christen lernen müssen, wir in der damaligen DDR, und heute ist das nicht viel anders.
Doch in größter Drangsal, wenn der Glaube zu verdorren droht, findet Johannes eine Quelle, die das Gottvertrauen wieder aufleben lässt: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Und die Taufe ist das sichtbare Zeichen. Auch wie ein neues Lebensprogramm. Zu hören: Leben ist am Ende das Geschenk Gottes. Umsonst. Gott füllt es. Er gibt ihm Sinn, egal wer ich bin.
Lassen wir nicht ab von unseren Überzeugungen, unserem Glauben, auch im neuen Jahr 2018.