Monatsandacht 07 / 2016
Wissen Sie, was Pantheismus ist?

Pantheismus? Wissen Sie, was Pantheismus ist? Ich google und erfahre: „von altgriechisch pān „alles“ sowie „Gott“ bezeichnet die Auffassung, dass Gott eins mit dem Kosmos und der Natur ist. Und ich denke, gerade im Sommer geht es mir so: Ich freue mich an der Natur und erlebe Gottes Schöpfung intensiver. Es ist Urlaubszeit. Das Korn beginnt zu reifen, eingegrenzt durch roten Mohn und blaue Kornblumen. Es riecht nach Frische und Erholung. „Wie wunderschön ist doch, Gott, deine Welt!“

Ich glaube, vielen Menschen geht es so. Sie können sich der Schönheit der Natur nicht entziehen. Und mancher sieht hinter all dem Gott. Doch manchmal genügt uns das nicht. Dann möchten wir noch mehr von Gott sehen, sein Wesen erkennen, ihn als Gegenüber erleben; sicherer sein, dass es ihn, den großen, oft so rätselhaften Gott wirklich gibt. In der Bibel wird davon erzählt, wie Mose so nach Gott gesucht und gefragt hat. Selbst Mose, der oft mit Gott im Gespräch war und der die Gebote von ihm empfing und ihm offensichtlich ganz nahe war. Selbst dieser Gottesmann sehnt sich nach einer noch größeren Sicherheit im Glauben – ja, nach einer klaren Erkenntnis Gottes. Und so bittet er: „Lass mich deine Herrlichkeit sehen, Gott!“ Doch Gott kann ihm diesen Wunsch nicht erfüllen. Seine Antwort lautet: „Ich will meine ganze Schönheit vor dir vorüberziehen lassen und den Namen des Herrn vor dir ausrufen. Ich gewähre Gnade, wem ich will, und schenke Erbarmen, wem ich will.“

„Gott, wo bist du?“  Sicher haben sich schon viele sich diese Frage gestellt. Vielleicht aus Neugier, vielleicht aus Angst oder in Notsituationen. Aber gesehen? Gesehen von Angesicht zu Angesicht? Gott? Das wäre doch was. Alle Zweifel wären mit einem Mal beseitigt. Endlich wäre der Beweis erbracht: Gott existiert. Gott sehen. Ein alter Wunsch. Aber wie das mit Wünschen so ist, nicht jeder wird erfüllt.

Gott sehen, wie man einen Menschen vor sich sieht, das bleibt uns wohl verwehrt. Aber dennoch lässt sich Gott erkennen. Seine Güte und all das Gute, das er wirkt, das kann man sehen. Wir können seine wunderbare Welt sehen und ihn loben. Wir können Leben spüren und Gemeinschaft erfahren, all das ist uns geschenkt.

Ich gehe durch den Wald und spüre Gottes Nähe. Ich sitze auf einer Bank im Großstadtgetümmel, oder suche Ruhe in einer offenen Kirche und du lächelst mir entgegen. Ich gehe am Meer entlang, und du winkst mir zu. Und tatsächlich: Gott lässt sich finden.

Dafür ein Gespür, einen Blick zu haben wünsche ich Ihnen für die nächsten Wochen des Sommers ganz herzlich!