Monatsandacht 05 / 2016
„Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht euch selbst.“ 1. Kor. 6, 19


Mein Körper ist wie eine Kirche? Was denke ich? An Kirche? Was darf ich in der Kirche und was nicht? Wer wohnt dort?
Ich erinnere mich an das Kindergebet, das meine Eltern mit mir beteten: „Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen als Jesus allein.“
Heute höre ich eher Slogans wie „Mein Körper gehört mir!“ Ich bestimme, was mit ihm passiert. Ob ich ihn im Fitnessstudio trainiere und pflege oder ob ich ihn kaputt spiele.
Wir leben in einer Zeit, wo es viel um „Körpersorge“ geht. Um das Aussehen, möglichst jünger sollte es sein. Alles dreht sich um Sportlichkeit und Attraktivität. Es geht viel um Äußerlichkeiten, wenn die Prominenten über den Roten Teppich laufen und von ihren Fans bewundert werden.
Wie soll ich dann aber mit dem Wort zum Monat Mai umgehen? Mein Körper als Eigentumswohnung Gottes? Und was heißt das? Es ist ein Fehler, dass die christliche Tradition durch die Jahrhunderte hindurch viel zu oft die Seele gegen den Leib ausgespielt hat. „Seelsorge“ kennen wir. „Auf die Seele, auf den inneren Menschen kommt es an!“ war und ist oft ein Argument gegen alles Äußere. Körper- und Sexualitätsabwertung im kirchlichen Milieu sind die Folge. Doch Leib und Seele gehören zusammen. Jesu Heilungen sind ein Sinnbild dafür. Ein falscher Geist wird ausgetrieben, und ein neuer, gesunder Geist Gottes zieht ein. Das macht Menschen gesund und sie werden zu Gottes Gefäß. Innen und Außen sollen zusammenkommen. Der Blick geht vom rein Körperlichen oder umgekehrt zum Ganzheitlichen. Und eine christliche Sorge für Seele und Leib wird sich dabei ungnädigen Perfektheitsidealen widersetzen und dem Geist Gottes Lebensraum geben. So oder so, „Körpersorge“ wird unserem Körper als Ort des Heiligen Geistes gut tun. Und wer seinem Körper schon jetzt etwas Gutes tun will, der kann den Schwung des Monats Mai nutzen und zur Ehre Gottes und zum Wohle des Körpers Sport treiben. Wer dagegen ohnehin schon durch das Leben rennt, der mag einmal innehalten und sich der Frage stellen, wo denn konkret Gottes Geist in seinem Körper und in seinem Leben wohnt. Dazu müssen wir manches äußere Geröll, manche Gewohnheiten, manche Gewissheiten bereit sein wegzuräumen und Gottes Segen in uns hineinströmen lassen. Der Weg geht von außen nach innen und dann wieder von innen nach außen. Dies ist wohl ein eher lebenslanger Lernprozess, aber nicht ohne neue Entdeckungen, neue Erfahrungen zu machen. Wenn wir erst einmal dieses Geheimnis verstehen, dass Gott in uns wohnen will. Nicht Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, es ist der Glaube an Jesus Christus, der sich in unserem Denken und Tun widerfinden will.